Fronleichnam - mehr als nur eine Prozession

Am Fronleichnamstag feiern wir das Fest des Leibes und Blutes Christi. Es ist eine einzigartige Speise, die man weder kaufen noch in irgendeinem Restaurant finden kann, die aber jedem Menschen zugänglich ist. Ihre „Zutaten“ sind Respekt gegenüber anderen, Freundlichkeit, Mitgefühl, Liebe und Lebensfreude. Brot und Wein erinnern uns daran, dass Gott uns Kraft und Mut gibt, Gutes zu tun. Dadurch können wir anderen helfen, uns um die Welt kümmern und sie zu einem besseren Ort für die Menschen und mehr im Einklang mit Gottes Willen machen.

Diese Speise schenkt uns Leben und Kraft, die wir mit anderen teilen können. Sie ist nicht dazu da, dass wir selbst nur zufrieden und auf uns selbst konzentriert sind. Wer den Leib und das Blut Christi empfängt, sollte Jesus immer ähnlicher werden und lernen, die Nöte anderer Menschen wahrzunehmen. Viele von ihnen leiden nicht unter Mangel an Nahrung, sondern unter Mangel an Verständnis, Fürsorge, Wärme, Vergebung, Vertrauen oder Lebenssinn. Manchmal brauchen sie einfach nur ein freundliches Lächeln oder ein gutes Wort. Als Christen sind wir heute dazu aufgerufen, den Menschen Hoffnung, Liebe und Unterstützung zu bringen und die lebendige Gegenwart Christi in der Welt zu sein.

Früher war das Fronleichnamsfest sehr prunkvoll und sollte allen zeigen, dass Jesus in der Eucharistie gegenwärtig ist. Heute erinnert es uns vor allem daran, wer wir als Christen sind. Wir sind der lebendige Leib Christi dort, wo wir leben, arbeiten und anderen Menschen begegnen. Wenn wir Güte, Liebe und Fürsorge zeigen, machen wir die Gegenwart Jesu in der Welt sichtbar. Man könnte sagen, dass wir ein „Geschenk Gottes“ für andere Menschen sind.

Das öffentliche Bekenntnis des Glaubens während der Fronleichnamsprozession erinnert uns daran, dass Christus nicht nur in der Eucharistie gegenwärtig ist, sondern auch in unseren Worten und Taten. Die Begegnung mit ihm soll uns so verwandeln, dass andere in uns das Gute, die Hoffnung und die Liebe sehen können. Dann ermutigen wir sie selbst, näher bei Gott zu leben. In diesem Sinne ist jeder Weg zum anderen Menschen, jede Geste der Freundlichkeit und Hilfe wie eine kleine Fronleichnamsprozession. Sie mag nicht feierlich und prunkvoll sein, aber wir tragen Christus in unseren Herzen, der durch uns andere Menschen segnen möchte.

Pfr. Christof Hagedorn

 

Ich empfehle auch den Beitrag des Arbeitskreises für Heimatgeschichte darüber, wie Fronleichnam früher in Steinach gefeiert wurde. Siehe: 

 Logo Heimatgeschichte Steinach

 

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