Die Bedeutung des Karfreitags
Am Karfreitag hält die katholische Kirche inne. Die Gläubigen gedenken des Leidens und des Todes Jesu Christi und halten strengen Fasten. Karfreitag ist ein Tag der Besinnung und der Ernsthaftigkeit.
Die Altäre bleiben unbedeckt und schmucklos, die Tabernakel sind leer und die Christusbilder verhüllt. Es ist zudem der einzige Tag im Jahr, an dem keine Heilige Messe gefeiert wird. Auch die Kirchenglocken schweigen. Die Liturgie der Passion beginnt um 15.00 Uhr - in der Stunde des Todes Jesu - in Stille mit einem Wortgottesdienst ohne Orgelmusik, bei dem die Prophezeiung Jesaja über den leidenden Knecht Jahwes, ein Auszug aus dem Hebräerbrief sowie die Passionsgeschichte nach Johannes verlesen werden. In feierlicher Form wird die Passionsgeschichte mit Rollenverteilung gesungen. Nach der Predigt folgt ein feierliches Fürbittgebet, in dem die Kirche sich selbst und die Welt Gott anempfiehlt und besonders um Frieden, für die Juden und für die Regierenden betet.
Der zentrale Moment der Feier ist die Kreuzverehrung - ein Zeichen der Ehrerbietung gegenüber Christus, der sein Leben für die Erlösung der Menschen hingegeben hat, und die die Herrlichkeit der Erlösung hervorhebt. An diesem Tag gilt auch strenges Fasten: Die Gläubigen verzichten auf den Verzehr von Fleisch und beschränken ihre Mahlzeiten auf eine sättigende und zwei bescheidenere Mahlzeiten, was für volljährige Personen bis zum 60. Lebensjahr gilt.
Die Päpste haben oft die spirituelle Bedeutung des Karfreitags betont. Johannes Paul II. sagte: „Der Karfreitag ist der Tag, an dem die Kirche schweigt und über das Leiden ihres Herrn nachsinnt.“ Papst Franziskus wies darauf hin, dass das Kreuz die Liebe Gottes offenbart, die größer ist als die Sünden der Menschen, und Benedikt XVI. erinnerte daran, dass es eine Quelle des Lebens und der Versöhnung sowie ein universelles Zeichen der Barmherzigkeit ist.